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Immobilienarten · WG-Wohnung

WG-Wohnung als Kapitalanlage: drei Mietverträge statt einem.

Eine große Wohnung, zimmerweise vermietet, in einer Stadt mit Hochschule oder Klinikum. Das bringt die höchste Mietrendite unter den Wohnimmobilien und verlangt eine Verwaltung, die das Konzept kann.

8 Minuten Lesezeit · Stand November 2026

Eine Drei- oder Vierzimmerwohnung mit 80 Quadratmetern bringt als Familienwohnung in Leipzig vielleicht 800 € Kaltmiete. Dieselbe Wohnung mit drei Einzelverträgen an Studierende bringt 3 mal 420 €, also 1.260 €. Das ist der Mechanismus hinter der WG-Wohnung als Kapitalanlage: Die Miete pro Quadratmeter steigt um 40 bis 60 %, weil der Markt für Zimmer ein anderer ist als der Markt für Wohnungen.

Der Mechanismus hat einen Preis: mehr Mieterwechsel, mehr Verwaltung, und in manchen Städten Regeln, die die zimmerweise Vermietung begrenzen. Wer das Konzept mit der richtigen Verwaltung und in der richtigen Stadt umsetzt, hat die höchste Mietrendite, die mit Wohnimmobilien in Deutschland erreichbar ist.

Steckbrief

Einstieg
ab ca. 200.000 €
Mietrendite
5 bis 6,5 %
Abschreibung
wie Bestand oder Neubau, plus Möblierung
Aufwand
mittel, spezialisierte Verwaltung nötig
Hauptrisiko
Fluktuation, lokale Regeln
Für wen
Anleger mit Fokus auf Cashflow

Wie das WG-Konzept funktioniert

Zwei Modelle sind üblich. Beim Einzelvertragsmodell schließt du mit jeder Bewohnerin einen eigenen Mietvertrag über ihr Zimmer plus Mitbenutzung von Küche und Bad. Zieht eine aus, bleiben die anderen Verträge bestehen, und nur ein Zimmer ist neu zu vermieten. Beim Hauptmietermodell mietet eine Person die ganze Wohnung und untervermietet. Das ist einfacher, aber die Rendite ist niedriger und die Kontrolle geringer.

Für Kapitalanleger ist das Einzelvertragsmodell der Standard. Es setzt voraus, dass die Wohnung für WG-Nutzung geeignet ist: gleich große Zimmer, kein Durchgangszimmer, ein Bad je drei Bewohner, Küche mit Platz für mehrere Personen. Anbieter, die auf WG-Konzepte spezialisiert sind, kaufen Wohnungen genau danach und richten sie her: möbliert, mit Internet, oft mit Nebenkostenpauschale.

Verwaltet wird das Konzept von spezialisierten Hausverwaltungen, die Nachvermietung, Übergaben und Nebenkostenpauschalen im Griff haben. Mit einer normalen Verwaltung funktioniert eine WG nicht, das ist die wichtigste Lehre aus zwanzig Jahren Micro-Living.

Zahlen: Zimmermiete gegen Wohnungsmiete

Entscheidend ist die Zimmermiete am Standort. In Universitätsstädten liegt sie 2026 zwischen 380 und 650 € warm, möbliert. Daraus ergibt sich die Rendite:

Beispiel 80 m², 3 ZimmerAls FamilienwohnungAls WG mit drei Verträgen
Kaltmiete pro Monat800 €1.260 €
Kaltmiete pro Jahr9.600 €15.120 €
Bruttomietrendite bei 240.000 €4,0 %6,3 %
Verwaltung pro Monat30 €80 bis 120 €
Leerstandsrisikoganze Wohnung oder nichtsein Zimmer von drei
Instandhaltungnormalhöher, mehr Wechsel

Nach Abzug der höheren Verwaltung und einer Rücklage für Möbel und Renovierung bleibt eine Nettomietrendite, die 1 bis 1,5 Prozentpunkte über der Familienwohnung liegt. Bei 240.000 € Kaufpreis sind das 2.400 bis 3.600 € im Jahr mehr Cashflow.

Standorte: Hochschule, Klinikum, Pendler

WG-Konzepte funktionieren dort, wo viele Menschen allein, befristet und mit begrenztem Budget wohnen: Universitätsstädte, Standorte großer Kliniken mit Pflegeschulen, Städte mit großen Arbeitgebern und Berufseinsteigern. Leipzig, Dresden, Münster, Göttingen, Marburg, Erlangen, Jena, Kiel, Mainz, Regensburg sind typische Beispiele.

Gleichzeitig musst du die lokalen Regeln kennen. Einige Städte haben Zweckentfremdungssatzungen, die die gewerbliche Zimmervermietung einschränken, und Mietpreisbremsen, die auch für möblierte Zimmer gelten. In Berlin, München und Hamburg ist das Konzept deshalb aufwendiger als in Leipzig oder Magdeburg. Ein Anbieter, der WG-Objekte in einer Stadt verkauft, muss dir erklären können, welche Regeln dort gelten.

Steuern und Möblierung

Steuerlich ist die WG-Wohnung eine vermietete Immobilie wie jede andere: 2 % AfA im Bestand, mit Restnutzungsdauer-Gutachten mehr, bei Neubau 3 % linear oder 5 % degressiv. Dazu kommt ein Posten, den andere Asset-Klassen nicht haben: die Möblierung. Betten, Schränke, Küche und Schreibtische schreibst du separat ab, in der Regel über die Nutzungsdauer nach AfA-Tabelle, Einrichtungsgegenstände unter 1.000 € netto sofort oder als Sammelposten.

Die Nebenkostenpauschale, die bei WGs üblich ist, ist Teil der Mieteinnahme; die tatsächlichen Nebenkosten sind Werbungskosten. Die Verwaltung erstellt dafür eine Aufstellung. Insgesamt liegt die Steuerwirkung einer WG-Wohnung durch die höhere Miete niedriger als bei Neubau oder Denkmal, dafür ist der Cashflow höher. Das ist die Logik: WG für Einkommen, Denkmal für Steuer.

Risiken: Fluktuation, Verwaltung, Regeln

Die WG-Wohnung hat drei Risiken, die du mit der Wahl von Anbieter und Verwaltung steuern kannst:

  • Fluktuation. Ein Zimmer wechselt im Schnitt alle 18 bis 24 Monate den Bewohner. Jeder Wechsel kostet Übergabe, Reinigung, Inserat. Mit einer Verwaltung, die das standardisiert hat, sind das 150 bis 300 € je Wechsel. Ohne sie wird es dein Wochenende.
  • Verwaltung. Nur spezialisierte Verwaltungen können Einzelverträge, Pauschalen und Nachvermietung. Frag den Anbieter, wer verwaltet, wie viele WG-Einheiten die Verwaltung betreut und was die Nachvermietung im Schnitt dauert.
  • Lokale Regeln. Zweckentfremdungsverbot, Mietpreisbremse für möblierte Zimmer, Mindestanforderungen an Zimmergrößen. Was in Leipzig geht, kann in München verboten sein.

wohnvest prüft WG-Anbieter auf die Verwaltung, die Leerstandsquote im Bestand und die rechtliche Lage am Standort. Anbieter ohne eigene oder fest verbundene WG-Verwaltung bekommen keine Empfehlung.

Für wen die WG-Wohnung passt

Sie passt zu dir, wenn dir laufender Cashflow wichtiger ist als die maximale Abschreibung, wenn du eine Rate mit möglichst wenig Zuzahlung willst und bereit bist, eine spezialisierte Verwaltung zu bezahlen. Bei 240.000 € Kaufpreis und 6 % Rendite deckt die Miete die Rate von rund 1.200 € fast allein, die Steuererstattung kommt obendrauf.

Sie passt nicht, wenn du dich an Mieterwechseln störst, in einer Stadt mit Zweckentfremdungsverbot kaufen willst oder die Immobilie später an eine Familie verkaufen möchtest. Dann ist die klassische Bestandswohnung die ruhigere Wahl.

Rechenbeispiel: WG-Wohnung bei 60.000 € Bruttogehalt

WG-Wohnung für 240.000 €, 5,8 % Mietrendite aus drei Einzelverträgen, Restnutzungsdauer-Gutachten über 30 Jahre, 60.000 € Bruttojahresgehalt, Vollfinanzierung zu 4,5 % Zins und 1,5 % Tilgung, 2 % Wertsteigerung pro Jahr. Die höheren Verwaltungskosten sind in der Pauschale nicht enthalten.

Dein Überschuss pro Monat

74 €

Rate 1.200 € minus Miete 1.160 € minus Steuererstattung 114 €. Miete und Finanzamt tragen 100 % der Rate.

Kaufpreis, vollfinanziert
240.000 €
Kreditrate pro Monat
1.200 €
Miete pro Monat
1.160 €
Abschreibung im ersten Jahr (3,3 % des Gebäudewerts)
6.400 €
Steuererstattung pro Monat, erstes Jahr
114 €
Steuererstattung in zehn Jahren
7.433 €
Getilgt in zehn Jahren
44.238 €
Vermögen nach zehn Jahren (Wert minus Restschuld)
96.796 €

Annahmen: Gebäudeanteil 80 %, zu versteuerndes Einkommen 80 % vom Brutto, Einkommensteuertarif 2025 ohne Soli und Kirchensteuer, Mietsteigerung 1,5 % pro Jahr, 660 € Verwaltung und Instandhaltung pro Jahr. Keine Steuer- oder Anlageberatung.

Vor- und Nachteile der WG-Wohnung

Dafür

  • Höchste Mietrendite unter den Wohnimmobilien, 5 bis 6,5 %
  • Leerstand betrifft ein Zimmer, nicht die ganze Wohnung
  • Nachfrage durch Studierende, Auszubildende, Berufseinsteiger stabil
  • Möblierung separat abschreibbar
  • Rate oft fast allein durch die Miete gedeckt

Dagegen

  • Mehr Mieterwechsel, höhere Verwaltungskosten
  • Nur mit spezialisierter Verwaltung tragfähig
  • Lokale Regeln können das Konzept einschränken
  • Mehr Verschleiß an Möbeln und Bad
  • Wiederverkauf an Selbstnutzer verlangt Rückbau zur Wohnung

Fazit

Die WG-Wohnung ist die Cashflow-Maschine unter den Wohnimmobilien. Drei Verträge statt einem bringen 40 bis 60 % mehr Miete, der Leerstand verteilt sich, und die Nachfrage in Hochschulstädten reißt nicht ab. Das Konzept braucht die richtige Stadt, die richtige Wohnung und eine Verwaltung, die WGs kann.

Genau diese drei Dinge bringen spezialisierte Anbieter mit. wohnvest kennt die, deren Verwaltung und Leerstandsquote stimmen. Sag uns, wo du suchst, und wir empfehlen dir den passenden.

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Häufige Fragen zur WG-Wohnung

Darf ich eine Wohnung überhaupt zimmerweise vermieten?

Grundsätzlich ja, die Einzelvermietung von Zimmern ist Wohnnutzung. Einschränkungen ergeben sich aus Zweckentfremdungssatzungen einzelner Städte, aus der Teilungserklärung der Eigentümergemeinschaft und aus Mindestanforderungen an Zimmergrößen. Ein seriöser WG-Anbieter hat das für den Standort geprüft und zeigt dir die Unterlagen.

Wie oft wechseln die Bewohner?

Im Schnitt alle 18 bis 24 Monate je Zimmer, bei Studierenden oft zum Semesterende. Spezialisierte Verwaltungen haben Wartelisten und vermieten ein Zimmer in Hochschulstädten innerhalb von zwei bis vier Wochen nach. Die Leerstandsquote gut geführter WG-Bestände liegt unter 4 %.

Gilt die Mietpreisbremse für möblierte WG-Zimmer?

In Städten mit Mietpreisbremse grundsätzlich ja, für die Kaltmiete. Ein Möblierungszuschlag ist zulässig, muss aber angemessen sein. Seit 2025 wird die Rechtsprechung dazu strenger. In Städten ohne Mietpreisbremse, etwa Leipzig oder Magdeburg, entfällt das Thema. Frag den Anbieter nach der Lage am Standort.

Was kostet eine spezialisierte WG-Verwaltung?

Meist 25 bis 40 € je Zimmer und Monat, also 80 bis 120 € für eine Dreier-WG, plus eine Nachvermietungsgebühr von einer halben bis einer Monatsmiete je Wechsel. Das ist deutlich mehr als bei einer Familienwohnung, aber die Mehrmiete von 400 bis 500 € im Monat trägt es locker.

Kann ich die WG-Wohnung später als normale Wohnung verkaufen?

Ja, wenn der Grundriss es hergibt. Die Einzelverträge enden oder werden gekündigt, die Möbel kommen raus, und die Wohnung geht als Familienwohnung an Selbstnutzer. Das ist ein Vorteil gegenüber Pflegeapartments oder Mikroapartments, die nur an Kapitalanleger verkäuflich sind.

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